Erfahrungsbericht Hospitation von Tina Kiefer

Mein persönlicher Erfahrungsbericht von meinem Hospitationsaufenthalt in der Valere-Klinik als Hospitantin (04.03.20 – 16.03.20):

Hier steht wirklich-wirklich-wirklich spürbar der Mensch im Mittelpunkt. Jeder ist wirklich-wirklich willkommen mit ALLEN Seiten, ob „positiv“ oder scheinbar „negativ“. Der humorvolle, menschlich-zugewandte Umgang miteinander ging hier nie verloren  – auch wenn die Tage oft lang waren mit den abendlichen Teamsitzungen bis 21:30/22:30 Uhr.

Ich habe viele Schätze mit nach Hause gebracht. In Form von neuen Erfahrungen, Wiedererinnern an Techniken, die ich bereits erlernt hatte – aber wieder in den Hintergrund getreten sind, kleinen Ergänzungen, die wesentlich sein können. Viel Bestätigung für meine Arbeitsweise in der „positiven Psychotherapie“ – gleich zu Beginn ausgerichtet zu sein auf das was sich jede/r Einzelne/r wünscht.  Meine Haltung und die Haltung der Klinik stimmen überein: Eine Haltung der Menschlichkeit, Herzlichkeit und des aufrichtigen Mitgefühls. Wie wertvoll dies für die Heilung sein kann – wurde mir auf einer noch tieferen Ebene nun bewusst. Während meines Aufenthaltes habe ich innerlich automatisch ein hawaiianisches Vergebungsritual (Ho´oponopono) praktiziert – ohne dass mir der Wert davon währenddessen bewusst war. Erst in der Reflexion wurde mir dies klar. Es war Magie im Gruppen-Raum der Valere-Klinik. Der Chefarzt Walter Hofmann merkte an, dass diesmal die Patienten sehr schnell waren in ihren Prozessen. Vielleicht hat ein Teil des inneren Vergebungsrituals dazu beigetragen? Auf jeden Fall hat es in mir etwas bewirkt. Viele Anteile in mir durften mitgeheilt werden. Dazu später mehr. 

In den systemischen Familienaufstellungen wurde ich von den Patienten/Innen als Rollenstellvertreterin gefragt und nahm diese Rollen dankend an.  Ich habe viel von mir offenbart und viel reingegeben, meine volle Emotionalität – und gefühlt 200% zurückerhalten. Jeder durfte erfahren – wir sitzen alle in einem Boot – jeder hat sein Paket mit dabei. Jeder hat Fehlkonzeptionen und dysfunktionale Strategien. All diese Anteile – auch unsere inneren Anteile – wurden willkommen geheißen. Es ging darum keine Gegnerschaft mit den inneren Anteilen aufzubauen oder darin zu verharren, sondern diese zu würdigen, zu erkennen, welche positive Absicht jeweils dahinter steckt, um diese dann in funktionierende Strategien umzuwandeln. 

In abendliche Gruppentreffen wurden Techniken wie EMDR-Tapping, Niere 1-Ausleitungspunkt u.v.m. den Patienten erklärt, demonstriert und durch eigene Übung erfahrbar gemacht.  Der Umgang mit Angst anhand EFT wurde vermittelt und für den Alltag eingeübt.

Tolle persönliche Erfahrungen durfte ich in den beiden Atemtherapiesitzungen (Quantum Light Breath) machen: Ich spürte tiefe DANKBARKEIT für meinen Weg, den ich bis dahin gegangen war (10 Jahre Ausbildungen, die nicht nur viel eigene Bereitschaft zur Selbstheilung abverlangten, sondern auch ein sehr hoher finanzieller Aufwand mit sich brachten i.H.v. ca. 100.000,– € in den letzten 10 Jahren). Ich war dankbar meinen Wert der Familie nochmals tiefer dabei erfahren zu dürfen. Ich spürte wirkliche SELBSTLIEBE zu mir. Und NÄCHSTENLIEBE zu den Patienten und anwesenden Therapeuten und anderen liebevollen Menschen im Hintergrund. Mein nicht-physisches Herz in der Mitte meiner Brust war pochend spürbar bis 15, 20, 25 cm vor meiner Brust – das war eine neue Erfahrung, die ich bisher nie zuvor so erleben durfte. 

Wenn Patienten/-Innen einverstanden waren und diese uns Hospitantinnen persönlich ansprachen – gab es die Möglichkeit auch an ihren Einzelsitzungen teilzuhaben. Ich durfte das Vertrauen der Patienten/Patientinnen genießen und an tiefen Prozessen teilhaben und zeitgleich Kollegen/Kolleginnen über die Schulter schauen. An zwei Tagen stehen lediglich 30 Minuten-Sitzungen (statt den üblichen 50 Minuten) zur Verfügung. Die Kombination aus täglicher Gruppen- und Einzelarbeit macht einen Wandel / das Erklimmen eines neuen Meilensteines in einer so kurzen Einzelsitzung meines Erachtens möglich. Zudem kommen die Patienten sehr gut vorbereitet und mit klarer Ausrichtung in die Sitzung. Danke für das Vertrauen von allen Seiten. Es ist wertvoll zu sehen, wie jede/r TherapeutIn genau IHRES/SEINS für den Patienten/die Patientin „gewinnbringend“ einbringt. Diese sind sehr effektiv. 

Wir hatten zwei Abende zur Verfügung, an denen wir keine Teamsitzungen hatten. So konnten wir mit den Klienten intensiver den Abend verbringen. Wir füllten diese mit gemeinsamem Singen – wie am Lagerfeuer. Das war sehr bereichernd und nährend. Meine Stimme war nach den vorausgehenden Atemtherapien „befreit“ – sehr klar, rein, kräftig und beseelt.

Ein Patient schenkte mir zum Abschluss seine Muschel, die er von einem weisen Begleiter geschenkt bekommen hatte mit der Aussage, er wolle diese an eine weise Frau weiterreichen. Wo im bisherigen Alltag gibt es tatsächlich solche tiefen Begegnungen? 

Auch meine Impulse aus der Traumatherapie, eine Gi-Gong-Übung und mein angebotenes traumasensitives Yoga wurden gerne angenommen. Ich fühlte mich gesehen und gewertschätzt. 

Ich kam sehr präsent und mit einem tiefen FRIEDEN IN MIR zurück nach Hause. Die Welt steckte und steckt gerade noch (16.4.2020) in einer Krise. Das bisher getriebene Leistungs-Deutschland wurde entschleunigt. Das tut gut. Nicht nur jedem Einzelnen – auch der Umwelt. Ich trage so viel Ruhe und Ausgeglichenheit in mir, dass dies auf meine Familie ausstrahlt. Ich tue das, was ich tue mit 100% Präsenz. „Wenn ich koche, dann koche ich. Wenn ich esse, dann esse ich“. Ich habe den wirklichen Sinn davon wieder erfahren dürfen und lebe ihn nun auch: ICH BIN. Ich durfte soooo viel Menschlichkeit und Berührtheit in der Klinik erleben. Dies fehlt unserer Gesellschaft. Und vielleicht gehen wir genauso gestärkt als Gesellschaft aus dieser Krise hervor – wieder zurückgeworfen auf uns selbst und im Bewusstsein unserer WERTE. Ich wünsche es uns allen aus tiefstem Herzen.

Wir Hospitantinnen und die Patienten/-Innen sind weiterhin in einer digitalen Gruppe miteinander verbunden und stehen – in dieser Krisenzeit – im digitalen und telefonischen Austausch. Das ist sehr wertvoll für die Nacharbeit und dient der gegenseitigen Wiedererinnerung an die schönen Zeiten, die erklommenen Hürden und die Nachjustierungen, falls die Ausrichtung im Alltag verloren geht. Ich fühle Verbindung zu mir, zu der Gruppe und zu der Klinik – und das in Krisenzeiten, wo jeder im Alltag auf sich alleine gestellt ist oder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird in der Partnerschaft oder der Familie, die ja gerade (fast) alle aufgrund der Krisensituation zu Hause sind. Diese Verbindungen tragen und helfen heilen. Wir werden uns wiedersehen. Ob zum Wandern, zum Shoppen oder zur Nachsorge. In der Valere-Klinik ist eine sehr wertvolle Verbindung und eine sehr gute Vertrauensbasis mit den Patienten/-innen entstanden, dass einige der ehemaligen Patienten/-innen der Valere-Klinik sich für meine traumatherapeutische Körper-Arbeit „S.E.I.N. by Tina Kiefer“ in der Krisenzeit per Skype und am Telefon entschieden haben.  

Als Hospitantin konnte ich meines Erachtens – mit meinem vollständigen Einlassen auf den Prozess und die Themen der Gruppe –  meine inneren Anteile mitheilen. Dies durfte ich nach der Rückkehr in meine eigene kleine Familie erfahren: Ohne darüber nachzudenken setzte ich in den ersten 5 Minuten meiner 16-jährigen Tochter gegenüber wertschätzend und ohne laut zu werden eine klare Grenze bzgl. Handyumgang und Respekt. Außerdem gelang es mir spielerisch mich aus der Auseinandersetzung meiner Teene´s rauszuhalten. Ich stand sogar innerlich amüsiert daneben – ohne mich einzumischen. Ein voller Erfolg – bemerkte meine gesamte Familie – und ich insbesondere.  Auch hat mein Mann ein innere Veränderung IN SICH wahrgenommen, nachdem er MIR in die AUGEN blickte. Wir waren beide überrascht. So viel Magie – und dabei war ich doch nur Hospitantin und keine  Patientin gewesen. Oder doch? Mein Mann kann nun die Dinge, die ich zu Hause anbringe viel eher annehmen ohne sich kritisiert zu fühlen. Außerdem war es sein Wunsch diese Atemtherapie mit mir zusammen (hier zu Hause in Quarantäne) auszuprobieren. Für ihn war es eine „sehr interessante Erfahrung“ sich nur auf den Atem zu konzentrieren – er sprach danach von einem Erlebnis „wie in der NATUR“. 

Ich kann jedem – egal, ob PatientIn oder HospitantIn – einen Aufenthalt in der Klinik mit sehr viel Menschlichkeit und positiver, ressourcen- und lösungsorientierter Psychotherapie nur empfehlen. Und auch den Krankenkassen: Denn die Patienten machen – meinen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen nach – hier in nur 13 Tagen größere Schritte als in 6 Wochen Kuraufenthalt und 2 Jahren Psychotherapie. Viel mehr willigen Menschen sollte diese Möglichkeit eröffnet werden. Mit eigener Bereitschaft zur Veränderung kann hier Vieles erschlossen werden. Ich wünsche jedem eine Erfahrung dieser 13-tägigen Erlebnis-Reise.

An dieser Stelle noch einen lieben Gruß an das gesamte Küchen- und Hauspersonal, das uns jeden Wunsch erfüllt hat und uns immer mit einem Lächeln oder einem netten Gespräch zur Seite stand. 

Ich komme gerne wieder.

Ich freue mich in der Nachsorge Patienten/Innen der Valere-Klinik in meiner Praxis für GESUNDHEIT in Achern mit meiner Methode „S.E.I.N. by Tina Kiefer“ (Somatische Erfahrung integriert im Nervensystem) bei der Integration und Auflösung ihrer meist emotionalen Traumen begleiten zu dürfen.  

In tiefer Dankbarkeit und Verbundenheit

Tina Kiefer

Heilpraktikerin Psychotherapie (HeilprG) – spezialisiert auf Traumatherapie: In jeder Krise – in jedem Trauma – steckt ein Chance.

www.tinakiefer.de

Für mehr Interesse an meiner Arbeit:

Meine Art der Körperpsychotherapie beinhaltet überwiegend den Fokus auf KörperEMPFINDUNGEN. Diese sind besser zu HALTEN als die oft überflutenden Emotionen. Im Gegensatz zu vielen gängigen Therapieformen – bleiben wir am RANDE der Emotionen, spüren diese im Ansatz ohne jedoch in den Strudel reingezogen zu werden. Die Emotionen werden als Hinweise wahrgenommen, wieder losgelassen – OHNE an ihnen kleben zu bleiben. Getreu dem Spruch: „Was da sein darf – kann sich verändern“ und in sich transformieren. Traumen können – OHNE die erzählte Geschichte darüber – über den Körper mit dessen impliziten Erinnerungen – langsam gelöst und integriert werden OHNE das Ereignis emotional aufgeladen wieder zu beleben. Körperempfindungen, unbewusste Körperbewegungen, Farben und Bilder aus dem Unbewussten sagen mehr als 1000 Worte. Wer seinen Körper spürt hat auch wieder Zugang zu seinen Ressourcen, die unterstützen und stabilisieren. Resilienz ist die Fähigkeit, die innere Erregung (sprich) Stress zu regulieren. Ein anderes Wort ist Selbstregulierung. Die wichtigste Aufgabe von Selbstregulierung ist die Regulation von Emotionen. Es geht einerseits darum, die Erregung im autonomen Nervensystem besser zu regulieren und andererseits darum, neue neuronale Muster zu erschaffen. Grob gesagt geht es bei Entwicklungstraumen u.a. darum neue emotionale Erfahrungen zu machen und bei einmaligen Schock-Traumen, den Schock langsam zu lösen und im Körper heilsam zu integrieren. Dazu braucht es eine vertrauensvolle mitfühlende Therapeutin mit 100% Präsenz für den Patienten/In.

Ich liebe, was ich tue.

Ich tue, was ich liebe.

Meine größte Ausrichtung ist FRIEDEN. FRIEDEN in jedem Einzelnen.

Ich stehe für Tiefgang und Aufrichtung – mit meinem Namen Tin

 

 

 

 

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