Erfahrungsbericht Hospitation von Erika Burchartz

Es ist nie zu spät eine liebevolle Familie gehabt zu haben.

Oder: Warum ein Aufenthalt in der Valere-Klinik wirklich hilft.

Erika Burchartz

Walter Hofmann hatte bei mir offene Türen eingerannt. Als hypnosystemisch arbeitender Therapeutin und Systemaufstellerin war mir sein Youtube-Interview auf der Valere-Homepage sofort äußerst sympathisch. Bietet Walter in seinem Konzept doch genau das an, was ich für sinnvoll und wirksam halte: Lösungsorientierte Interventionen, die direkt im Alltag anwendbar sind, gruppentherapeutische Rituale und Methoden, die nachhaltig nähren, dazu die Chance durch Systemaufstellungen eingefrorene Gefühle zu schmelzen und blockierende Glaubenssätze in der Tiefe zu aufzulösen und in heilsamere zu verwandeln.

Der eigentliche Grund, warum ich mich aber direkt als Hospitantin in der idyllisch gelegenen Klinik auf den Höhen des Südschwarzwaldes beworben habe, war, dass ich Walter in diesem Filmchen einfach direkt ins Herz geschlossen hatte.

Seine knorrig-schlaksigen Bewegungen und seine lieben Augen, in denen ein kleiner Junge ebenso lebendig ist wie ein weiser älterer Herr, hatten in mir direkt den Eindruck erweckt: Alles, was dieser Typ sagt, meint er hundertprozentig ernst. Hier ist nichts gespielt.

Diese erste Intuition hat mich nicht getrogen. Klar, beim Ankommen sieht die auf der Homepage fast kitschig anmutende Klinik eher aus wie ein etwas heruntergekommenes Hotel, das seit den 80er Jahren nicht mehr vernünftig saniert worden ist. Und genau das ist sie ja auch. Zunächst!

Der oberflächliche Teil in mir ist erstmal verschreckt weitergefahren und hat in einer Schwarzwaldschänke einen Latte Macchiato bestellt – in der Befürchtung, dass ich in diesem Etablissement auf solche Genüsse erstmal für die nächsten zwei Wochen wohl werde verzichten müssen. Ein großer Irrtum, wie sich später herausstellen sollte.

Als ich Mut gefasst hatte und dann endlich in einem zweiten Anlauf die Klinik betrat, empfing mich zu meinem erleichterten Erstaunen nicht nur ein gepflegter heller freundlicher großer Speise- und Aufenthaltsraum, sondern vor allem Helga. Helga, die Seele des Hauses, Helga, in deren Charisma sich italienische Lebensfreude, Leichtigkeit und unwiderstehlicher Charme und Witz mit einem soliden badischen Organisationstalent und Qualitätsbewusstsein mischen. Zur Süße von mädchenhaft bezaubernden Augenaufschlägen gesellt sich eine gewisse Schärfe und eine mütterliche Autorität, der sich Chefarzt Walter und sein Therapie-Kollege Lutz Frentzel vernünftigerweise einfach beugen müssen – denn ohne Helga und ihr anmutiges Regiment läuft in der Valere-Klinik gar nichts.

Essen muss der Mensch – vor allem der Mensch, der sich hier genussvoll PatientIn nennen darf. Denn leiblich gestärkt lässt es sich guten Mutes bis in die Tiefen und Schatten der eigenen Seele hinabsteigen. Helga und ihrem famosen Küchen-Team sei Dank!

Und es geht wirklich in die Vollen! Als PatientIn wird man so richtig seelisch durchgeklempnert: Jeden Tag gibt’s 9 (neun!) Stunden Therapie, davon jeweils eine Stunde im Einzelsetting. Lutz Frentzel und Walter Hofmann arbeiten Hand in Hand. Während der eine die Patienten im Einzelsetting fit macht, trainiert der andere jeden im Gruppensetting.

Sogar während der köstlichen Mahlzeiten sind die Therapeuten wie selbstverständlich ein Teil der Gemeinschaft und stehen unaufdringlich zur Verfügung, hören zu, beantworten Fragen, trösten, wenn es sein muss. So bekommt jeder Patient eine Rundum-Behandlung, die aber keineswegs mit einem Wellness-Programm verwechselt werden darf. Lutz Frentzels und Walter Hofmanns liebevoll-konfrontative Gesprächsführung und umfassendes Methoden-Repertoire lassen es nicht zu, dass man es sich in angenehm altvertrauten, aber destruktiven Denkgewohnheiten gemütlich macht oder sich in liebgewonnene Vermeidungsstrategien flüchtet.

Zum oberflächlichen Erholen sollte man lieber einen schönen Karibik- oder auch Südschwarzwald-Urlaub buchen. Die Erholung, die die Valere-Klinik bietet, findet in tieferen Schichten statt und man spürt erst nach ein paar Wochen ihre wohltuende Wirkung.

Die Valere-Klinik ist ein Trainingslager. Walter Hofmann betreibt mit Sportlerehrgeiz sein therapeutisches Handwerk – und als PatientIn baut man so seelische Muskeln auf, die im Alltag einsetzbar bleiben: Muskeln echter Selbstannahme, die durch Aufstellungen, Trancen, Gruppenrituale und Atem- und Achtsamkeitsübungen systematisch gestärkt werden. Seelisch durchtrainiert und mit einem wohlbestücktem Methoden-Koffer kehrt man in den Alltag zurück, voller Drang das Erlernte nun endlich in der freien Wildbahn auszuprobieren.

Doch der eigentliche Chef-Therapeut, den Walter Hofmann und Lutz Frentzel weise neben sich stark sein lassen, ist die Gruppendynamik der Patienten.

Drei Monate nach dem Ende der Therapie halten fast alle Patienten des Valere-Moduls noch immer Kontakt durch eine Whatsapp-Gruppe. Hier werden aufmunternde Worte, Alltagserfahrungen und nährende Fotos geteilt, hier wird gedankt und ermutigt und virtuell immer noch miteinander gelacht.

Zusammen mit allem Wertvollen, was wir in der Valere-Klink gelernt haben, ist die Lebendigkeit dieser Gruppe eine Mut- und Krafttankstelle für den Alltag. Das Wort Erinnern bekommt hier seine wesentliche Bedeutung. Durch die kleinen Handy-Nachrichten wird das Erfahrene und Gelernte erinnert, immer wieder in sich hineingenommen: die Dankbarkeit, die Selbstannahme, das liebevolle In-Verbindung-Sein.

Und so setzt sich die Valere-Therapie wie von selbst im Alltag fort, vertieft sich, er-innert sich, nährt, schützt, wächst und gedeiht.

Danke, Walter Hofmann, du wunderbarer, menschlich nahbarer Chefarzt mit deiner geduldigen Empathie!
Danke Thomas Vahldieck, du im Hintergrund unermüdlich tätiger Verwaltungsdirektor!
Danke Lutz Frentzel, du kerniger Hypnose-Zauberer mit dem befreienden Lachen!
Danke Helga, du bezaubernde Backstage-Therapeutin! Ich freu mich auf’s Wiedersehen!
Danke, ihr wunderbaren herzoffenen weisen PatientInnen!
Danke, dass wir beiden Hospitantinnen einfach dazugehören durften!

Und danke im Voraus, liebe Krankenkassen und Versicherungen, dass ihr diese wunderbare heilsame Erfahrung für möglichst viele Menschen auch in Zukunft möglich macht! Es wirkt!

Erika Burchartz, Systemische Beraterin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Systemaufstellerin, genoss ihre Valere-Hospitation im Juli 2017, der Text entstand im Oktober 2017.

 

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