Kennen Sie das auch?

Der Wecker klingelt, aber Sie haben zu viel Angst aufzustehen?
Sie wollen etwas essen, aber der Hals ist wie zugeschnürt?
Es ist Zeit, zur Arbeit aufzubrechen, aber die Angst hat Sie im Griff?
Am Arbeitsplatz haben Sie Panik, wenn ein Kollege oder Vorgesetzter vorbeikommt?
Sie sollen eine Präsentation durchführen und wagen sich nicht auf die Bühne?
Sie wünschen sich so sehr eine Partnerschaft, lassen aber das Date verstreichen?
Flugzeuge, Busse, Aufzüge sind für Sie ein no go?
Sie haben Angst, zu Bett zu gehen, wegen drohender Alpträume?

1. Grundsätzliches zum Thema Angststörung

Angststörungen sind heilbar; Angst ist kein Feind; Angst ist normal. Angst bekämpfen bewirkt am Ende das Gegenteil. Therapie in der Klinik ist immer dann sinnvoll, wenn es rasch gehen soll oder wenn sich ambulant kein spürbarer Fortschritt einstellt. Zu langes Warten verschlimmert die Angststörung und verlängert den Heilungsverlauf. Höchste Vorsicht mit Medikamenten! Frühzeitig Experten heranziehen: Psychotherapeuten oder Psychiater.

Das Ziel (der Sinn) der Angst

Angst ist der stärkste lebenserhaltende Grundimpuls aller Menschen. Und auch von Tieren (Rehe, Igel, Pferde usw. wären sonst schon längst ausgestorben.)
Die Angst sucht nach Schutz!
Beispiel: Ein Kind hat Angst vor Blitzen und rennt ins Haus; im Arm der Mutter fühlt es sich beschützt. Damit hat die Angst ihr Ziel erreicht. Hier wird sich auch keine Angststörung entwickeln.

Angststörungen entstehen dann, wenn das Ziel der Angst nicht mehr erfüllt wird . Spüren Sie jetzt einmal bitte, vor welcher Situation Sie Angst empfinden, und überlegen Sie dann, wie Sie das Problem lösen könnten. Wenn ja, werden Sie das ganz von selber tun; wenn nein, wäre das der typische Beginn einer Angststörung (die oft eher schleichend entsteht).

Ursachen der Angststörung

Angststörungen können sich im Zusammenhang mit diesen Themen entwickeln:

  • Krankheit, Leben, Tod
  • Verarmung, Existenzsorgen
  • Hunger, Vergiftung
  • Vereinsamung, Isoliertheit, Ausgestoßen-Sein
  • Strafe, Schmerzen, Liebesverlust
  • Entwürdigung, Demütigung, Bloßstellung
  • Sexuelles Versagen oder mangelnde Anerkennung
  • Beruf, Ausbildung, Prüfung
  • Finanzen, wirtsch. Situation, sozialer Status
  • Verlust körperlicher oder geistiger Fähigkeiten

Geborgenheit als Voraussetzung für Heilung

In der Klinik frage ich die Patienten mit Angststörung immer nach Gefühlen der Geborgenheit; die meisten antworten: „Nein, ich fühle nur Angst, aber keine Geborgenheit, schon lange nicht mehr.”

Geborgenheit ist aber notwendig: sie sorgt dafür, dass Glückshormone auf- und Stresshormone abgebaut werden, und zwar auf natürliche Weise, ohne Chemie.

Vertrauen in die Therapeuten
Natürlich macht die Therapie ohne Vertrauen keinen Sinn. Aber Vorsicht: Ihr Vertrauen können Sie nicht herbeizaubern! Das brauchen Sie auch gar nicht, denn es entwickelt sich in dem Maße, wie Sie die Therapeuten als vertrauenswürdig erleben. Es ist also Aufgabe der Therapeuten, Ihr Vertrauen zu gewinnen. Hier müssen Sie gar nichts tun, außer kritisch zu prüfen, ob Sie sich anvertrauen können.

Wichtiges Symptom der Angststörung: Schamgefühle

Angststörungen gehen meist mit überhöhten Schamimpulsen einher; oft werden die Angststörungen dadurch sogar noch stärker, vor allem bei Männern, zunehmend aber auch bei Frauen. Es ist in unserer Gesellschaft einfach nicht schick oder sexy, über Angst zu sprechen. Die Folge: wir ziehen uns zurück, schaffen Distanz zur Umwelt (Freunde, Partner, Arbeitskollegen) und fühlen uns einsam – die Einsamkeit darf aber genauso wenig mitgeteilt werden wie die Angst: Ein typischer Beginn für eine Angststörung. Noch gut erträglich, suchen die wenigsten zu diesem Zeitpunkt therapeutische Hilfe auf. Jetzt wäre eine ambulante Psychotherapie genau richtig.

Die Scham achten als Teil der Therapie von Angststörungen
Scham ist der stärkste Zugehörigkeitsimpuls von uns Menschen; sie sorgt dafür, dass wir uns “gut” verhalten, damit wir nicht von der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Beispiel: Niemals würden Sie einer gebrechlichen alten Frau in aller Öffentlichkeit die Handtasche entreißen; eine gesunde Scham löst sofort schlechte Gefühle aus (sogar wenn Sie den Diebstahl nur träumen), also tun Sie so etwas nicht und bleiben ein Teil der Gemeinschaft.
In der Klinik achten wir streng darauf, dass die Schamgrenzen jedes Einzelnen strikt beachtet werden. Niemand muss etwas gegen den eigenen Willen preisgeben. Definitiv nie, denn die modernen Therapiemethoden von heute erfordern das auch nicht mehr.

Bevor Sie sich für eine Psychotherapie anmelden (ambulant oder Klinik): Stellen Sie sicher, dass Sie heikle Dinge für sich behalten dürfen. Es genügt zu sagen: “Ich leide unter einem Problem, möchte den Inhalt aber nicht preisgeben.” Gut ausgebildete Therapeuten können damit trotzdem zielorientiert arbeiten. Die Angst wird dann nicht bekämpft, sondern verstanden und angenommen. Somit entsteht ein sicheres Fundament für eine positive therapeutische Entwicklung.

2. Folgen der Angststörung (siehe auch Symptome)

Die Folgen oder auch Symptome der Angststörung sind aus medizinischer Sicht hoch sensitiv, aber wenig spezifisch. Was ist damit gemeint? Nehmen Sie zum Beispiel die Konzentrationsfähigkeit oder die sexuelle Empfindungsfähigkeit: beide werden durch die Angststörung spürbar beeinträchtigt. So gut wie immer, also “hochsensitiv”.

Allerdings wäre der Umkehrschluss wissenschaftlich unzulässig: keinesfalls werden Störungen der Sexualität oder der Konzentration immer und grundsätzlich durch eine Angststörung hervorgerufen (das ist mit “wenig spezifisch” gemeint).

3. Symptome der Angststörung

Körperliche Symptome der Angststörung

Als wichtigstes Symptom einer Angststörung imponiert der schlechte Schlaf, sei es als Einschlafstörung oder als zu frühes Erwachen mit Nervosität, oft auch mit dem Impuls, sich am liebsten im warmen Bett zu verkriechen vor lauter Angst, in den Tag zu starten. Keine Spur von Zuversicht oder gar Neugierde, was der neue Tag denn bringen wird.
Bei Angststörungen wird der Schlaf oft noch verschlimmert durch Alpträume, so dass viele Patienten nicht nur vor dem Aufstehen Angst empfinden, sondern zusätzlich auch noch vor dem Zu-Bett-Gehen.

Weitere Symptome einer Angststörung zeigt der Körper durch Verspannung im Schulter-Nacken-Bereich. Wenn hier selbst die 5. oder 10. Massagebehandlung noch keine dauerhafte (!) Besserung bringt, ist es höchste Zeit für eine Therapie. Meist sind es unterdrückte Themen einer Angststörung, die zu diesen hartnäckigen und wiederkehrenden Verspannungen führen. Gehen Sie der Sache auf den Grund!

Auch der Verdauungstrakt kann auf eine Angststörung hinweisen. Die Summe aller Nerven im Bauchraum beträgt nur rund eine Zehnerpotenz weniger als die Summe der Nerven im Kopf. Und jeder kennt das „flaue Gefühl” im Bauch, wenn man Angst vor etwas empfindet. Wohlgemerkt: Im Bauch, nicht im Kopf!

Also auf Symptome der Verdauung achten! Jedes davon (zuviel oder zu wenig Hunger, Schmerzen, Aufstoßen, Völlegefühl, Verdauung zu schnell oder zu langsam etc) kann ein wichtiger (jedoch nicht zwingender) Hinweis auf eine darunter liegende Angststörung sein. Durch eine Therapie könnte sie früh und zielsicher erkannt und behandelt werden.

Auch die Kopfschmerzen dürfen in dieser Aufzählung nicht fehlen. Vor allem dann, wenn sie wiederholt und lang anhaltend auftreten. Organisch ist hier in den seltensten Fällen etwas zu finden. Natürlich wird geröntgt und MRT gemacht, um nichts außer acht zu lassen, doch damit ist den Patienten nicht geholfen: Die quälenden Schmerzen dauern an. Und allzu oft liegt ein psychisches Problem darunter verborgen, wenn auch nicht immer eine Angststörung.

Geistige Symptome der Angststörung

Konzentrationsstörungen stehen hier an erster Stelle! Sie sollten ebenfalls als Warnung verstanden werden: Fast jeder kennt die klassische Vergesslichkeit, nämlich, dass man in den Keller gegangen ist, und dann nicht mehr weiß, was man dort wollte. Sie kann noch als relativ harmlos eingestuft werden. Dennoch wäre es sinnvoll und nützlich, sich bereits hier zu fragen, mit was sich der Geist denn auf der Kellertreppe beschäftigt hat, und zwar völlig autonom, also ohne unser gewolltes Zutun.

Denn autonome Prozesse sind immer lebenserhaltend und von daher stets vorrangig und wichtiger als Kartoffeln zu holen. Vielleicht haben Sie eine Prüfung am nächsten Tag und versuchten, Ihre Angst davor zu verdrängen? Oder Angst, dem Partner (endlich) eine quälende Information zu nennen? Dann achten Sie einmal auf diese ungünstigen Muster, wo Sie etwas unterdrücken, statt es zu lösen. Wenn Sie das zur Gewohnheit werden lassen, kann sich eine Angststörung daraus entwickeln.

Konzentrationsstörungen als Symptom treten natürlich auch in wichtigeren Situationen auf, z. B. in Ausbildung und Beruf! Wenn man Ihnen alles fünf Mal erklären muss, weil Sie sich die wichtigsten Abläufe nicht merken können, dann gehen Sie Ihren Kollegen bald auf die Nerven. Und auch sich selber, das ist noch viel schlimmer. Bald trauen Sie sich nichts mehr zu und verlieren so den Glauben an Ihre eigenen Fähigkeiten! Nur weil die Angststörung unbewusst so weit fortgeschritten ist, dass Ihr Geist – wieder autonom, also ohne Ihr bewusstes Zutun – dringend nach einer Lösung sucht für die Angst, die Sie vergeblich verdrängen wollen. Damit verschwenden Sie eine Menge Energie, die Ihnen dann für die eigentlichen Aufgaben, z.B. sich etwas Berufliches zu merken, definitiv nicht zur Verfügung steht. Da hilft Kaffee dann auch nicht weiter (oder entsprechende chem. Mittel).

Emotionale Symptome einer Angststörung

Sind Sie manchmal ohne erkennbaren Grund gereizt?
Erschrecken Sie leicht (nur weil ein Gegenstand zu Boden fällt)?
Ist Ihr Partner nicht ordentlich genug?
Leiden Sie unter sog. Zwangssymptomen? Können Sie nicht aus dem Haus gehen im Wissen, dass der Tisch noch nicht sauber abgewischt ist?
Sind sie schnell aus der Fassung zu bringen?
Können Sie Zärtlichkeit nicht richtig genießen? Mit Sexualität oder auch ohne?
Fällt es Ihnen schwer zu lieben? Oder sich lieben zu lassen?

Hinter all diesen Themen kann sich eine Angststörung verbergen! Beantworten Sie sich die Fragen daher aufrichtig. Wohlgemerkt: „Sie sich.“ Sie müssen es ja sonst niemandem mitteilen. Denn je achtsamer Sie mit sich selber umgehen, desto früher erkennen Sie Ihre ganz persönlichen Warnsignale. Und desto besser wird Sie eine Therapie zum Erfolg führen. Vergessen Sie nicht: Angststörungen sind heilbar!

4. Irrtümer zum Thema Angststörung

Kurz zusammengefasst die wichtigsten Irrtümer zum Thema Angststörung:

5. Therapiemöglichkeiten bei Angstzuständen

Wenn Sie unter einem (oder mehreren) der oben genannten Symptome leiden, sollten Sie dringend mit einer Therapie beginnen, je früher, je besser.

Ambulante Therapie von Angststörungen

Bei Angststörungen besonders wichtig: Die Chemie zwischen Ihnen und dem Therapeuten muss stimmen! Spüren Sie nach 3 oder 4 Sitzungen genau hin: Konnte der Therapeut Ihr Vertrauen gewinnen? Sie haben richtig gelesen: Gerade bei Angststörungen ist es besonders wichtig, dass der Therapeut Ihr Vertrauen gewinnt! Sie brauchen und sollen sich da nicht anstrengen! Der/die Therapeut/in muss sich auf Sie einstellen, niemals umgekehrt.

Dafür haben die Krankenversicherungen (i. d. R. 5-8) sog. Probe-Sitzungen vorgesehen: Die dürfen Sie unverbindlich nutzen, um zu prüfen, ob der Therapeut Ihnen wirklich zusagt. Seien Sie skeptisch, wenn Sie schon in der 2. Sitzung einen Vertrag unterschreiben sollen. Bei Angststörungen spielt das Vertrauen eine ganz besonders große Rolle in der Therapie, sowohl ambulant, als auch in der Klinik.


Einzelsitzungen in der Klinik bei Angststörungen

Wenn Sie sich für eine stationäre Therapie entscheiden, achten sie vorher darauf, wieviele Einzelstunden Sie erhalten! – Es gibt immer noch Kliniken, wo Sie manchmal nur eine Stunde pro Woche bekommen! Für Sie hat das negative Folgen: Sie investieren kostbare Zeit und bekommen dafür nicht mehr als in einer ambulanten Therapie.

Daher diese wichtige Empfehlung: Wo immer Sie hingehen wollen, halten sie vertraglich fest, dass Sie mindestens 3, besser 4 Einzelsitzungen pro Woche bekommen. Lassen Sie sich das schriftlich geben! Und zwar von ausgebildeten Psychotherapeuten. In der Valere Klinik garantieren wir 5 Psychotherapie-Einzelsitzungen pro Woche.

Vereinbaren Sie weiterhin – ebenfalls schriftlich – dass es während Ihres Aufenthaltes keinen (vorhersehbaren) Therapeutenwechsel geben wird.

Dauer der Therapie bei Angststörungen

Die Dauer hängt immer ab von der Therapiedichte. Ideal sind ca. 10 Einzelsitzungen und ca. 35 Gruppensitzungen. Diese können gestreckt sein auf viele Wochen oder kompakt angeboten werden (2-3 Wochen).

In der Valere Klinik verdichten wir die Therapie auf exakt 11 Tage (zuzügl. je ein halber Tag An- und Abreise). Spüren Sie in Ruhe in sich hinein, was Ihnen lieber ist, und entscheiden Sie dann.

6. Therapieansätze bei Angststörungen

Die besten Therapien bei Angststörungen sind ziel- und potenzialorientierte Verfahren, aber was heißt das?

7. Beispiele von Elementen der Angsttherapie

 

 

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